Selbst Marilyn Monroe haucht „Happy birthday wagnisART”
In wagnisART geht es rund: zum zehnjährigen Jubiläum wurde ein üppiges Programm auf die Beine gestellt, vom Graffiti-Workshop über Mitsingkonzerte bis zur Roof-Top-Party mit der Band „Gretes Töchter“ reicht das vielfältige Angebot. Am Freitagnachmittag wurde mit geladenen Gästen im Lihotzky gefeiert, Vorständin Rut Gollan und Regina Kursch, Bewohnerin in wagnisART, hießen dazu Vertreter*innen aus der Politik und den beteiligten Architekturbüros willkommen.
Für ihren Einsatz für die Genossenschaften bedankte sich Rut Gollan bei Paul Bickelbacher, der 18 Jahre lang für die Grünen im Stadtrat saß, bei SPD-Stadträtin Simone Burger und dem langjährigen Vorsitzenden des Bezirksausschusses, Werner Lederer-Piloty. Auch Monika Donaubauer-Biazzi wurde genannt, sie hat im Referat für Stadtplanung die Entwicklung des Domagkparks jahrelang begleitet und Quartiersentwicklung mitgedacht. Ein herzliches Willkommen ging außerdem an Rainer Hofmann von Bogevischs Büro, Udo Schindler von Schindler Architekten und Christian und Maximilian Köhler vom Architekturbüro Köhler. In diesem Zusammenhang erinnerte Rut Gollan an den bereits verstorbenen Walter Hable, der sich mit viel Herzblut um das Projekt gekümmert habe.
Regina Kursch vom wagnisART-Orga-Team hielt einen persönlichen Rückblick auf die Entwicklung von wagnisART und rief den Workshop im Jahr 2012 ins Gedächtnis, bei dem aus Schuhkartons das Architekturmodell mit den Brücken entstand. Ein großes Dankeschön richtete sie an die langjährige geschäftsführende wagnis-Vorständin Elisabeth Hollerbach: „Danke für die unglaubliche Energie, die du da reingesteckt hast.“ Besonders die Cluster seien ihr am Herzen gelegen. Regina Kursch, selbst überzeugte Cluster-Bewohnerin: „Ohne Elisabeth hätten wir keine Cluster. Danke, dass du das durchgesetzt hast.“
Elisabeth Hollerbach, bis 2015 Vorständin der wagnis eG und bis 2016 verantwortliche Projektleiterin für wagnisART, erinnerte in ihrer Rede an die Anfänge im Jahr 2006 mit sechs Interessenten vom Verein Domagk e V. Nicht alles lief nach Plan, die Träume, das Haus 49 zu erhalten, mussten begraben werden. Sie bedankte sich bei den Architekten für den langen und spannenden partizipativen Prozess. „Wie kann Architektursprache umgesetzt und den zukünftigen Bewohnern verständlich gemacht werden? Das war ein Glanzstück an Partizipation.“ Und an die Bewohner*innen von wagnisART gewandt: „Ich finde toll, was ihr in den zehn Jahren auf die Beine gestellt habt.“
Wie gut es den Bewohner*innen in wagnisART gefällt, davon konnten sich die Gäste bei einer Filmvorführung überzeugen. Im einem 14minütigen Film kamen auf die Frage „Was gefällt euch hier?“ Antworten wie: „Hier ist immer was los“, „Man trifft immer nette Leute“, „Man macht so viel zusammen“ und „Es ist schön, hier zu wohnen“. Danach durften sich die Besucher*innen bei einem Rundgang selbst ein Bild machen (Foto oben): Die Kinder stellten ihr Hühnerprojekt vor, Abstecher gab es auch auf die Dachterrassen, ins Künstleratelier und ins Waschcafé. Mit einem leckeren Imbiss endete der Spaziergang beim Backofen: Dort warteten kühle Getränke, frischgebackene Pizza und selbstgebackenes Brot mit Aufstrich im angenehmen Schatten.
Das Jubiläumsprogramm (Foto unten) erstreckt sich über zwei Wochen und endet am Freitag mit einem Konzert von „Gretes Töchtern“ auf der Dachterrasse. Wie immer bei wagnisART gibt es in vielen Ecken etwas zu entdecken. So wird am Eingang von Haus Amerika mit einer Erinnerungstafel an die verstorbenen Bewohner*innen gedacht. Und im Haus Asien wartet eine Briefkasten-Installation auf die Besucher*innen: Auf Knopfdruck haucht Marilyn Monroe „Happy birthday wagnisART“.